Heute am 22.September ist Tag-und-Nacht-Gleiche – Die Sonne steht auf der Schwelle. Licht und Dunkel begegnen sich. Ab jetzt werden bei uns die Nächte länger als die Tage – bis es sich wieder dreht am Tag der Wintersonnenwende am 21.Dezember.
Dieser Blog ist eine Impulssammlung mit der Idee dir Inspiration zu geben, das ein oder andere bei dir und in deinem Leben zu hinterfragen.
Balance
Eine erste Frage ist: Ist dein Leben in Balance?
Diese Frage war 2023 meine Auftaktfrage an das Publikum, als ich bei Hermann Scherer auf der Bühne stand.
Es ging mir damals darum, die Zuhörer anzuregen, über ihre verschiedenen Lebensbereiche nachzudenken.
Wie viel Raum und Zeit sie den Bereichen wie z.B. Berufstätigkeit, Hobbys, Beziehungen, Körper, Zeit mit sich selbst widmen. Bereits damals war meine Botschaft: Über das Bewusstwerden der eigenen Werte und aktiv dafür einzustehen können wir uns Lebensfreude und Leichtigkeit in unser Leben zurück-holen.
Jeder Rückblick darf ein Abgleich der verschiedenen Themen sein, die wir für eine neue Ausrichtung auf ein langes, gesundes glückliches Leben pflegen dürfen.
So ist mein neues Vortragsthema „Langlebigkeit mit Lebensfreude“ als Weiterentwicklung aus meiner damaligen 4-Minuten-Rede beim Speaker-Award gewachsen.
Balance – Es gibt unzählig viele Bereiche, in denen du eine Gegenüberstellung machen könntest. Bereits das Wort „Balance“ gibt einen Hinweis darauf, dass alles mindestens zwei Seiten hat, die sich einander bedingen.
Jedesmal, wenn wir einer Sache mehr Aufmerksamkeit geben, entziehen wir einer anderen genau diese Hinwendung. Was nicht bedeuten soll, dass du alles in Balance bringen solltest. Langfristig lohnt es sich aber, immer wieder auf die eigene Balance zu achten. Dabei ist es nur natürlich, dass die jeweiligen Bereiche immer Schwankungen zeigen.
Mögliche Bereiche, die du dabei betrachten kannst, sind z.B. Beziehungen im Aussen und zu dir selbst, Einsatz und Erfolge, Aktivitäten bzw. Ruhe für deinen Körper und somit seine Gesunderhaltung, um nur einige zu nennen.
Zwischen Licht und Dunkel
In den Worten von SETTING SUN WOMAN beginnt mit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche eine Bewegung von Außen ins Innen.
Wir brauchen immer beide Seiten, wie bei einer Medaille. Wie sehr sehnen wir uns an einem heißen Augusttag nach Schatten und einem kühlem Lüftchen. Jetzt, wo der Sommer allmählich dem Herbst Platz macht, messen wir den Sonnentagen ganz andere Bedeutung bei.
Wir haben das Bedürfnis, die Wärme und das Licht der Sonne in uns zu speichern.
Ich schau auch auf die Verbindung zu meinem Leben. Mit aktuell 56 Jahren habe ich wahrscheinlich auch bereits den Höhepunkt – zumindest, wenn man die gelebten Jahre mit denen, die womöglich noch vor mir sind, abgleicht.
Oder: The best is yet to come. Vielleicht darf es ab sofort nur noch besser werden, mit all der Erfahrung, die das Leben mich bisher gelehrt hat. Je oller umso doller, ist da auch ein Spruch, den ich so übersetzen würde: Je älter ich werde, umso echter zeige ich mich mit allem, was ist, mit meinen Allüren, meinen oft quergedachten Ideen, mit einem spontanen flotten Tänzchen – auch wenn es nicht allen gefallen wird.
Und es gibt auch für mich immer wieder den Wechsel vom Licht ins Dunkel und zurück. Es braucht diese Zeiten, in denen ich mich zurückziehe, ganz für mich bin und etwas zur Ruhe kommen darf oder auch Neues in mir wachsen darf.
Im Übergang zwischen Licht und Dunkel befinden wir uns manchmal in einer Art Zwielicht – eine besondere Zeit, in der nicht alles sonnenklar ist, sondern es einem etwas dämmert, man langsam wach wird oder etwas im Dunkel verschwindet.
Ernte – was ist gewachsen
Mabon – wie dieses Jahreskreisfest auch heißt – ist ein Erntefest. Wir blicken zurück und erkunden, was aus unseren Ideen geworden ist.
Was hat sich gut entwickelt, weil es vielleicht auch auf einen guten Nährboden gefallen ist? Dieser Rückblick ist ähnlich zu sehen, wie die Arbeit, die wir in den Dunkelnächten vor den Rauhnächten machen.
Wir betrachten den Zeitraum seit der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche am 20.März – auch Ostara genannt.
Welche Ideen habe ich wie Samen in die Erde gesetzt, genährt, gepflegt, gehegt? Was konnte ich davon ernten?
Bei mir ist es mein Vortrag „Langlebigkeit mit Lebensfreude“, den ich als Idee im Frühjahr hatte. Inzwischen durfte ich diesen bereits in einer kleinen Frauenrunde und zuletzt beim 8.Kongress für Waldbaden und Gesundheit mit wunderbarer Resonanz in die Öffentlichkeit tragen.
Für mich ein wunderbares Beispiel, wie Dinge aus einer Idee zu Realität werden.
Welche Idee hattest du im Frühjahr und was ist daraus geworden?
Was nicht geworden ist
Welche Ideen, die dich im Frühjahr oder im Sommer noch total gefesselt hatten, sind wieder verschwunden, wie ein Pflänzchen, das sich im Licht und der Wärme des Sommers ausstreckt und leuchtet und sich bereits längst wieder komplett zurückgezogen hat?
Manche Ideen brauchen mehrere Anläufe oder auch einen besseren Zeitpunkt. Oder wir wurden von jemand anderem für etwas begeistert und merken irgendwann, dass wir selbst gar nicht so sehr dahinter stehen.
So erkenne ich, ob etwas für mich passt: Ich spüre eine unbändige Kraft in mir, Hebel in Bewegung zu setzen, die eine Sache voranbringen. Wenn etwas nicht für mich passt, fühlt sich alles schwer an, was dafür zu tun wäre.
Was nicht geworden ist, muss nicht unbedingt schlecht sein. Vielleicht war es nur dazu da, dir aufzuzeigen, was nicht zu dir und deinem Herzensweg passt.
Wenn wir Dingen eine Chance geben, geben wir auch uns die Möglichkeit herauszufinden, ob sie wirklich zu uns passen. Selbst wenn sich herausstellt, dass etwas nicht passt, erfahren wir dabei viel über uns. Wenn wir genauer hinschauen, warum es nicht vorangegangen ist, kann gerade daraus sichtbar werden, was uns stattdessen wichtig ist. Ein wunderbarer Wegweiser.
Mit dieser Vorgehensweise trainiere ich meine Scheiterqualitäten – aus Erlebnissen, die missglückt sind, eine konstruktive Erfahrung machen.
Loslassen ist nicht Wegwerfen
Wir dürfen unsere Schaffenskraft bewusst von Dingen lösen, die wir nicht weiter verfolgen wollen.
Mit Dankbarkeit darauf zurückzublicken, gibt der Zeit, die wir dafür eingesetzt haben eine neue Bewertung.
Dann war es nicht vergeudete Zeit, sondern wertvolle Entwicklungszeit.
Ich habe mich auch über den Sommer immer wieder damit befasst, wie ich mein Angebot erweitern kann, um noch mehr Wert für meine Kunden zu bringen. Bei mir waren es weitere unterschiedliche Fortbildungen zu Wildkräuterwissen, Traumawissen, Naturresilienzthemen. Alles ist für sich genommen äusserst wertvoll für mich. Und doch benötigt jedes Befassen damit auch einen Teil meiner begrenzten Zeit.
Ich bin dankbar für all die wunderbaren Angebote, mich weiterzubilden. Gleichzeitig habe ich für mich entschieden, dass ich mich nicht mehr in alle Richtungen so intensiv hineinarbeiten möchte und habe viele interessante Kurse vorüberziehen lassen und es bei „interessant“ belassen.
Ich unterscheide dabei, ob es ein persönliches tiefes Interesse an einer Sache ist. Dann gehört es in den Bereich Hobbys. Je nach Kosten und Zeitaufwand entscheide ich, ob ich es mir leisten möchte.
Wenn es um Weiterbildung für mein Business geht, dann muss es mich beruflich weiterbringen.
Diese Fragestellung hat mir in den letzten Tagen sehr geholfen, meine Energie zu bündeln für das, was wirklich zählt.
Was möchtest du noch loslassen?
SETTING SUN WOMAN – Was wir von der Clanmutter des September lernen können
Ihre vielleicht größte Botschaft ist für mich, bei unseren Entscheidungen nicht nur an das Heute zu denken. In der Geschichte von Setting Sun Woman geht es darum, auch die nächsten sieben Generationen im Blick zu haben.
Sie gilt als Hüterin zukünftiger Lebensziele und Träume, als Beschützerin der ungeborenen Generationen und als Hüterin der Samen.
Gerade das Bild der Samen berührt mich zu Mabon besonders.
Denn während ich bei der Ernte darauf schaue, was aus meiner bisherigen Saat geworden ist, stellt sich bereits die nächste Frage: Welche Samen möchte ich bewahren? Und welche möchte ich künftig überhaupt noch aussäen?
Sieben Generationen vorauszudenken, wie im Buch beschrieben, überfordert mich ehrlich gesagt. Schon weil sich unsere Welt so schnell verändert, dass ich nicht einmal weiß, wie sie in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird.
Aber ich kann die Botschaft auf einen kürzeren Zeitraum herunterbrechen und auf mein eigenes Leben übertragen.
Ich kann mich fragen, ob eine Entscheidung nur im Moment gut erscheint – oder ob sie auch längerfristig trägt.
Ich kann bewusster entscheiden, wofür ich meine Zeit, meine Kraft und meine Ressourcen einsetze.
Und ich kann mir bewusst machen, dass auch viele kleine Entscheidungen Wirkung haben.
Vielleicht muss ich dafür gar nicht die ganze Welt retten.
Aber ich kann Verantwortung dafür übernehmen, welche Spuren ich in meinem kleinen Teil dieser Welt hinterlasse.
Welche Samen möchtest du setzen?
Was darf bleiben?
Nach all dem Prüfen und Loslassen wird auch klarer, was bleiben darf. Es sind die Dinge, die mir Freude machen, die zu mir passen und mit denen ich gleichzeitig etwas Sinnvolles in die Welt geben kann.
I AM LIGHT – Mit Fasten und Achtsamkeit zurück zur Leichtigkeit und Lebensfreude. Der 4-wöchige Fastenkurs, den ich mit meiner Freundin und Ärztin Dagmar Wittor schon im 3. Jahr begleite. Die gemeinsame Kursbegleitung macht mir Freude und hilft auch mir, immer wieder ins Fasten zu gehen. Die Rückmeldungen unserer Teilnehmer erfüllen uns jedes Mal mit viel Freude.
Achtsame Rauhnächte im Wald – Meine Art der Persönlichkeitsentwicklung mit einer Schleife aus Rückblick, Zentrierung und Neuausrichtung trägt auch mich jedes Jahr gut durch die besondere Zeit der Rauhnächte.
Zurück zu deiner Natur – in allen Facetten. Ob für mich selbst als Kraft- und Inspirationsquelle, als Wald-Auszeit, im Natur-Coaching mit Einzelnen oder auch mit Gruppen und Teams: Natur darf und wird weiterhin mein Ort für Ruhe und Entwicklung sein.
Und dann ist da noch viel Raum für Spontanität und den ein oder anderen kleinen Samen, den ich schon für das nächste Jahr gesetzt habe.
Und was darf bei dir bleiben?
Es bleibt spannend, wie das Leben selbst.
Wenn ich dich mit dem einen oder anderen Impuls erreicht habe oder du Fragen hast, schreibe mir gerne. Ich freue mich auf jede Rückmeldung und antworte sehr gerne.
Herzlichst, Petra

